Bundesforschungsministerin lobt Engagement von MPIfR und DZA für Millionenauftrag an deutsche Firma

Zwei Männer in einem Anzug wenden sich einer Frau min einem lachsfarbenen Hosenanzug zu (Bundesforschungsministerin Dorothee Bär)

Das Square Kilometre Array (SKAO) in Südafrika erhält 86 hochempfindliche Empfänger für das Mid-Radioteleskop von der in Mainz ansässigen Firma OHB Digital Connect. Der Auftrag im Wert von 10,7 Millionen Euro ist der erste im Zusammenhang mit dem Großteleskop, der an ein deutsches Unternehmen vergeben wurde. Deutschland ist vor etwa einem Jahr durch die wissenschaftlichen Bemühungen des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) und des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) Mitglied des Square Kilometre Observatory geworden.

Der Vertrag wurde nun von Vertretern des SKAO und OHB Digital Connect in Anwesenheit von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär und Führungskräften des Max-Planck-Instituts für Radioastronomie (MPIfR) sowie des DZA unterzeichnet. Das Geld fließt vom SKAO-Konsortium an die deutsche Firma. DZA und MPIfR unterstützen die Umsetzung des Band-5-Vertrags. Das MPIfR hat eine große Expertise in der Entwicklung von Empfängern für die Radioastronomie.

Bundesforschungministerin Bär lobt MPIfR und DZA

„Ich freue mich sehr, dass hier sowohl das Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn als auch das neue Deutsche Zentrum für Astrophysik in Görlitz ihre umfangreiche Expertise einbringen können. Das ist ein tolles Beispiel, das gleich mehrere Hebel der deutschen Hightech-Agenda nutzt“, unterstrich Bundesforschungsministerin Dorothee Bär. „Die Zusammenarbeit zwischen SKAO und OHB Digital Connect stärkt die technologische Souveränität und Innovationskraft Deutschlands und Europas“, so die Ministerin bei der Vertragsunterzeichnung. Die fand am Rande der Vorstellung der deutschen „Hightech-Agenda Deutschland“ statt. Daran nahmen auch Bundeskanzler Friedrich Merz und mehrere Minister auf dem EUREF-Campus in Berlin teil.

MPIfR und DZA setzen Forschung in gefragte Hightech um

Die Freude in Bonn und der Lausitz ist gleichermaßen groß: Der wissenschaftliche Geschäftsführer des Deutschen Zentrums für Astrophysik Günther Hasinger sagte: „Zusammen mit dem OHB-Büro am Görlitzer Postplatz ist das unser erstes sichtbares Transfer-Ergebnis auch durch das DZA. Das freut uns sehr.“ Michael Kramer, Direktor am MPIfR, der auch Deutschlands Vertreter im SKAO-Rat ist und das DZA mit initiiert hat, sagt: „Das MPIfR ist seit Beginn an am SKA-Projekt beteiligt und es ist sehr erfreulich zu sehen, dass das Teleskop nun realisiert wird, was nicht zuletzt dem Fachwissen des Instituts zu verdanken ist."

OHB Digital Connect hat zuvor die Antennen für MeerKAT+ entwickelt, die Erweiterung des MeerKAT-Radioteleskops des South African Radio Astronomy Observatory. Das soll in das SKA-Teleskop in Südafrika integriert werden.
 

Parabolantennen eines Teleskops in Südafrika stehen in einer Artist-Visualisierung neben kleinen Radioantennen, die sich in Australien befinden
Die Visualisierung zeigt das Square Kilometre Array Observatory maßstäblich zu einem Jeep und veranschaulicht die Mid- und Low-Antennen, die gerade in in Südafrika bzw. Westaustralien aufgebaut werden.
Rechte: © SKAO

 

„Dieses Projekt ist ein weiterer wichtiger Meilenstein für uns, da wir so unsere Position als führender Systemanbieter für bodengestützte Astronomie ausbauen und unsere langjährigen Partnerschaften mit der wissenschaftlichen Gemeinschaft stärken“, sagt Dennis Winkelmann, Geschäftsführer von OHB Digital Connect. „Wir sind stolz darauf, zu diesem bahnbrechenden Projekt beitragen zu können, und dankbar für das Vertrauen, das uns das SKAO entgegenbringt.“

DZA will Datenströme aus aller Welt bündeln und verarbeiten

Die Technologien und Datenströme, die künftig durch das SKAO entstehen, stehen in direktem Zusammenhang mit den langfristigen Aufgaben des DZA – insbesondere der Entwicklung neuer Methoden zur Verarbeitung und Analyse extrem großer Datenmengen globaler Observatorien. Das DZA will Datenströme aus aller Welt bündeln und verarbeiten. Das DZA will mit Forschung und neuen Technologien die Digitalisierung Deutschlands vorantreiben.

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