Dritte internationale Konferenz des Jahres widmet sich astronomisch großen Datenmengen

Blick von der Empore in die Synagoge Görlitz.

Vom 9. bis 13. November 2025 wird die Stadt Görlitz Gastgeberin der 35. jährlichen Astronomical Data Analysis Software and Systems (ADASS)-Konferenz sein. Die ADASS findet seit 1991 an wechselnden astronomischen Einrichtungen in der ganzen Welt statt. In diesem Jahr wird sie vom Deutschen Zentrum für Astrophysik (DZA) in Görlitz organisiert.

Neue Teleskope wie das Square Kilometre Array (SKAO) erzeugen Datenmengen unvorstellbaren Ausmaßes: Beim SKAO beziffern Forschende sie pro Tag mit etwa einer Million Computern mit einem Speicherplatz von einem Terrabyte beziffert. Diese Daten in so kurzer Zeit zu speichern, transferieren und analysieren, ist praktisch unmöglich. Forschende suchen deshalb nach Lösungen, wichtige von unbedeutenden Daten zu unterscheiden und nur das Nötigste weiterzuverarbeiten. 

„Die moderne Astronomie ist längst datengetrieben“, erklärt Astronom Stefan Wagner, Sprecher des Bereichs Astrophysik am DZA und Mitinitiator des Projekts. „Jedes neue Teleskop liefert gigantische Datenmengen, deren Auswertung ohne spezialisierte Software und effiziente Analyseverfahren unmöglich wäre. Dabei entstehen Methoden und Technologien, die auch weit über die Astronomie hinaus Anwendung finden – von autonomem Fahren über Smart-City-Anwendungen bis hin zu künstlicher Intelligenz. Die ADASS ist damit ein wichtiger Impulsgeber für Wissenschaft und Gesellschaft zugleich.“ 

Internationale Bühne der Astrophysik 

Die ADASS ist eine international renommierte Fachkonferenz, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Softwareentwickler und IT-Spezialisten aus der astronomischen Forschung in Görlitz zusammenbringt. Im Fokus stehen aktuelle Entwicklungen in der Datenanalyse, Softwareentwicklung und Systemarchitektur. Dabei spielen jene Ansätze und Lösungen eine Rolle, die für die Erfassung, Reduktion, Analyse und Verbreitung astronomischer Daten unverzichtbar sind – ein zentrales Forschungsfeld des DZA. 

„Mit der ADASS-Konferenz wird Görlitz im Herzen Europas in diesem Jahr zum dritten Mal auf die internationale Bühne der Astrophysik gehoben“, betont Katharina Henjes-Kunst, administrative Geschäftsführerin des DZA die Bedeutung internationaler Konferenzen für die Region. „Wir möchten dabei helfen, die Lausitz als Innovations- und Wissenschaftsregion zu positionieren. Unter den mehr als 1.000 Fachteilnehmerinnen und -teilnehmern bei allen drei Konferenzen waren nicht nur Spitzenforscherinnen und -forscher sondern auch Multiplikatoren und künftige Mitarbeitende, die den Wandel der Lausitz mit voranbringen werden.“ 

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Im Publikum einer wissenschaftlichen Konferenz spricht eine Person, während andere aufmerksam zuhören.

Die ADASS-Konferenz blickt auf eine mehr als dreißigjährige Geschichte zurück. Frühere Tagungen fanden unter anderem in Tucson und Boston (USA), Victoria (Kanada), Santiago (Chile) sowie Sydney (Australien) statt. In Europa war die Konferenzreihe zuletzt 2019 im niederländischen Groningen zu Gast; 1997 war Sonthofen im Oberallgäu erstmals und bisher letztmals in Deutschland der Austragungsort. In diesem Jahr kehrt die ADASS nach sechs Jahren wieder nach Europa zurück – und findet zum ersten Mal überhaupt in der östlichsten Stadt Deutschlands statt, in Görlitz.

Das Programm umfasst Vorträge, Posterpräsentationen und Workshops. Hauptveranstaltungsort ist das Kulturforum Görlitzer Synagoge. Weitere Veranstaltungsorte sind das Wichernhaus, die Benigna sowie das Gut am See.

Weitere Informationen sind auf der offiziellen ADASS-Website zu finden: www.adass.org

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