DZA, DESY und ukrainische Partner erweitern Zusammenarbeit in Lwiw

Mit einem Besuch in der vergangenen Woche in der westukrainischen Stadt Lwiw haben DESY-Direktor für Astroteilchenphysik Christian Stegmann und Stefan Ohm, Leiter Regionale Vernetzung und Wissenschaftskommunikation am DZA, die wissenschaftlichen Kontakte in die Ukraine weiter vertieft.
Im Mittelpunkt des Besuchs wurde die bereits im Oktober 2025 geschlossene Absichtserklärung mit der Ukrainischen Astronomischen Gesellschaft erweitert und neu unterzeichnet. Durch eine engere Zusammenarbeit mit der ukrainischen Astronomie wird deren Wiederaufbau gestärkt und unterstützt.
Neuer Partner der Vereinbarung ist die Junior Akademie der Wissenschaften der Ukraine. Unterzeichnet wurde die Erweiterung von Prof. Stanislav Dovhyi, Präsident der Junior Akademie der Wissenschaften der Ukraine und ehemaliger Wissenschaftsminister der Ukraine, sowie von Prof. Iryna Vavilova, Vizepräsidentin der Ukrainischen Astronomischen Vereinigung. Mit der erweiterten Absichtserklärung soll die Zusammenarbeit auf eine breitere Grundlage gestellt und insbesondere der wissenschaftliche Nachwuchs noch stärker einbezogen werden.
An dem Treffen nahmen die Leitungen zweier wichtiger Hochschulen in Lwiw teil: Prof. Nataliia Shakhovska, Rektorin der Nationalen Polytechnischen Universität Lwiw, und Prof. Roman Gladyshevskii, Rektor der Nationalen Universität Lwiw „Iwan Franko“. Bereits beim ersten Besuch im Oktober 2025 hatten Gespräche mit den Universitäten der Stadt eine zentrale Rolle gespielt.

„Lwiw zählt zu den wichtigsten akademischen Zentren der Ukraine; die Nationale Universität Lwiw 'Iwan-Franko' und die Nationale Polytechnische Universität Lwiw gehören zu den größten und bedeutendsten Hochschulen der Westukraine. Mit der Erweiterung dieser Vereinbarung wollen wir die wissenschaftlichen Brücken zwischen DESY, DZA und unseren Partnern in der Ukraine weiter festigen. Gerade in der aktuellen Situation ist es wichtig, langfristige Perspektiven für Zusammenarbeit, Ausbildung und gemeinsame Forschung zu schaffen.“
Prof. Dr. Christian Stegmann, DESY, Direktor für Astroteilchenphysik
„Die Gespräche in Lwiw haben erneut gezeigt, wie groß das Interesse an internationaler Kooperation ist. Es ist beeindruckend zu sehen, mit welcher Entschlossenheit Wissenschaftlerinnen, Wissenschaftler und Studierende ihre Arbeit fortsetzen. Daran möchten wir anknüpfen.“
Dr. Stefan Ohm, Leiter für Regionale Vernetzung und Wissenschaftskommunikation DZA

Zum Besuchsprogramm gehörte außerdem eine Fortbildung für Lehrkräfte zur Radioastronomie, die neue Impulse für die Vermittlung moderner Astrophysik an Schulen setzen soll. Teilgenommen haben Lehrkräfte und Universitätsdozenten aus Kyjiw, Odessa, Lwiw und Charkiw. Das auf einer Idee des Square Kilometre Array Observatory SKAO basierende Format folgt dem Train-the-Trainer-Prinzip, um ein nachhaltiges Bildungsnetzwerk aufzubauen. Durchgeführt wurde die Fortbildung von Martin Schwinzerl, wissenschaftlicher Mitarbeiter am DZA, und Valentyna Babur, Doktorandin bei DESY.
"Die Organisation des Projekts Space Radio for Ukraine und dieser Besuch haben alles zusammengebracht, worauf DESY und DZA in der Ukraine in den letzten Jahren hingearbeitet haben. Lehrerinnen und Lehrer aus der ganzen Ukraine, ein neues Memorandum mit der Juniorakademie der Wissenschaften — das ist ein starkes Signal für die Zukunft, und ich bin gespannt, was als Nächstes kommt."
Pavlo Plotko, Internationale Wissenschaftliche Angelegenheiten, DZA.
Darüber hinaus fanden Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern des Observatoriums der Ivano-Franko-Nationaluniversität über mögliche Kooperationen im Bereich der Gammaastronomie mit dem Cherenkov Telescope Array Observatory CTAO statt. An der Nationalen Polytechnischen Universität Lwiw hielt Christian Stegmann zudem einen Vortrag zur Gravitationswellenastronomie.