Astronomiebildung in der Lausitz: Auftakt zum Sonnenfinsternis-Jahr 2026

Wie wird ein astronomisches Event zu einem nachhaltigen Erlebnis für junge Menschen?
Die Sonnenfinsternis am 12. August 2026 bietet einen besonderen Anlass: Sie schafft einen klaren zeitlichen Bezug, um bestehende Aktivitäten zur Astronomiebildung in der Lausitz aufzugreifen, weiterzuentwickeln und gemeinsam neue Formate zu erproben - insbesondere mit Blick auf die Beteiligung junger Menschen.
Am 10. Dezember 2025 wurde die Rabryka in Görlitz erneut zum Treffpunkt für Sternwarten, Schulen und Bildungsakteure aus der Lausitz. Mehr als 40 Teilnehmende folgten der Einladung des Deutschen Zentrums für Astrophysik (DZA) und der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS), um gemeinsam die nächsten Schritte auf dem Weg zur Sonnenfinsternis 2026 zu planen. Ziel des Treffens war es, konkrete, umsetzbare Formate für die Landkreise Görlitz und Bautzen zu entwickeln, die bereits vor der Sonnenfinsternis starten und Jugendliche aktiv einbeziehen. Damit knüpfte die Veranstaltung an das erste Netzwerktreffen im März 2025 an.

Von der Idee zum Format
Den Kern des Treffens bildeten Arbeitsgruppen. In ihnen entwickelten die Teilnehmenden zahlreiche Vorschläge, die Bildungs-, Forschungs- und Kulturangebote miteinander verbinden. Dazu zählen Projekttage an Sternwarten, bei denen Schülerinnen und Schüler mithilfe einfacher Experimente die Sonne spektroskopisch untersuchen, öffentliche Beobachtungsangebote und Projekte, die naturwissenschaftliche und künstlerische Aspekte kombinieren.
„Das Treffen hat gezeigt, wie wirkungsvoll offene und ergebnisorientierte Zusammenarbeit im Netzwerk sein kann. Unterschiedliche Perspektiven sind schnell zusammengekommen und haben eine gemeinsame Richtung für die Astronomieangebote rund um die Sonnenfinsternis 2026 sichtbar gemacht“
sagt Philipp Lindenau, Regionale Vernetzung & Wissenschaftskommunikation am DZA.

Jugendliche beteiligen: Erkenntnisse aus #MISSION2038
Bereits zu Beginn wurde deutlich: Gute Inhalte allein reichen nicht. In ihrem Impuls zeigten Anikó Popella und Julian Schmidt von der DKJS, dass Angebote nur dann Wirkung entfalten, wenn sie an der Lebensrealität junger Menschen ansetzen.
„Wenn wir Jugendliche erreichen wollen, müssen wir ihre Themen, ihre Sprache und ihre Kommunikationskanäle ernst nehmen. Beteiligung entsteht nicht durch fertige Angebote, sondern dort, wo junge Menschen selbst mitgestalten können“,
so Anikó Popella.
Was passiert nach dem Treffen?
Die Arbeitsgruppen stellen ihre Ideen im Plenum vor, bevor diese in einer anschließenden Transferphase weiter konkretisiert wurden. Die offene Arbeitsatmosphäre bot zudem Raum, Kontakte zu vertiefen und neue Kooperationen anzustoßen.
Ab Januar 2026 sollen dann erste Projekte in den Landkreisen Görlitz und Bautzen vorbereitet werden. Geplant ist ein ganzes Themenjahr zur Sonnenfinsternis 2026, das Astronomiebildung mit Fragen von Teilhabe, Selbstwirksamkeit und Zukunftsgestaltung verbindet. Die Sonnenfinsternis wird dabei zum Anlass genommen, Angebote für Schulen, Familien und die interessierte Öffentlichkeit zu bündeln. So soll die Region gut vorbereitet sein, um dieses seltene Naturereignis gemeinsam zu erleben und nachhaltig für Bildungsarbeit zu nutzen.